Im Ruhestand soll das angesparte Kapital regelmäßige Einnahmen ermöglichen und zugleich zu Ihrer persönlichen Lebensplanung passen. Ob eine lebenslange Rente oder ein Entnahmeplan aus einem Fondsdepot besser geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrem Kapitalbedarf, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Wünschen zur Vererbbarkeit ab.
Bei einer klassischen Rentenversicherung wird das vorhandene Kapital zum Rentenbeginn in eine laufende, in der Regel lebenslange Rente umgewandelt. Bei einem Entnahmeplan bleiben die Anteile im Depot, während Sie sich in selbst gewählter Höhe regelmäßig Geld auszahlen lassen können.
Die monatliche Rente einer Rentenversicherung richtet sich unter anderem nach dem vereinbarten Rentenfaktor. Dieser gibt an, wie viel monatliche Rente je 10.000 € verrentetem Kapital gezahlt wird und kann je nach Tarif, Rentenbeginn und gewählter Absicherung für Hinterbliebene unterschiedlich ausfallen.
Bei einer lebenslangen Rente steht die planbare Zahlung im Vordergrund. Gleichzeitig ist der Zugriff auf das verrentete Kapital nach Beginn der Auszahlungsphase häufig eingeschränkt, und nicht verbrauchtes Kapital kann nach Ablauf einer vereinbarten Garantiezeit bei der Versicherungsgesellschaft verbleiben.
Bei einer Fondsrente, auch Entnahmeplan genannt, erfolgt die Auszahlung aus einem Investmentdepot. Die Höhe und der Zeitraum der Entnahmen lassen sich grundsätzlich flexibel festlegen, sofern ausreichend Depotvermögen vorhanden ist.
Das verbleibende Kapital bleibt investiert und kann sich bei positiver Wertentwicklung weiterentwickeln. Es kann aber auch an Wert verlieren, denn Fondsanlagen unterliegen Kursschwankungen und bieten keine garantierte Auszahlungshöhe.
Bei einem Rentenfaktor von 37 ergibt ein Verrentungskapital von 100.000 € eine monatliche Rente von 370 €. Das entspricht einer Jahresrente von 4.440 €, wobei individuelle Vertragsbedingungen und die Besteuerung in diesem vereinfachten Beispiel nicht berücksichtigt sind.
Bei einem Entnahmeplan ist dagegen entscheidend, wie hoch die gewünschte Auszahlung ist, wie sich das Depot entwickelt und wie lange das Kapital reichen soll. Eine zu hohe Entnahme oder schwache Marktphasen können dazu führen, dass das Depot früher als geplant aufgebraucht wird.
Historische Entwicklungen einzelner Fonds zeigen, dass regelmäßige Entnahmen und ein wachsender Depotwert gleichzeitig möglich sein können. Daraus lässt sich jedoch keine Aussage für die Zukunft ableiten, denn vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Maßstab für künftige Erträge.
Wer einen Entnahmeplan wählt, sollte zwischenzeitliche Kursrückgänge finanziell und emotional einplanen. Eine passende Aufteilung des Vermögens, eine realistische Entnahmehöhe und regelmäßige Prüfungen können helfen, die Auszahlungsphase sinnvoll zu gestalten.
Als Finanzberater in Meiningen bespreche ich mit Ihnen, welche Form der Altersvorsorge und Kapitalentnahme zu Ihrer persönlichen Situation passen kann. Dabei betrachten wir Ihre Ziele, Ihren Liquiditätsbedarf und die Risiken einer Anlage in Fonds gemeinsam.